Ein Unfall mit einem Elektroauto oder Hybrid wirft Fragen auf, die es beim Verbrenner nicht gibt: Ist der Akku betroffen? Darf das Fahrzeug noch bewegt werden? Jeremy Schilling begutachtet E-Autos in Hagen und Umgebung und hält im Gutachten fest, welche Prüfungen für den Hochvoltbereich nötig sind.
Jetzt anrufenDie Hochvoltbatterie sitzt bei den meisten Elektroautos flach im Unterboden. Ein Aufsetzer auf einem Bordstein, ein Anprall von der Seite oder ein Unfall mit ausgelösten Airbags kann sie betreffen, ohne dass außen viel zu sehen ist. Ob der Akku beschädigt ist, lässt sich mit bloßem Auge oft nicht abschließend klären.
Deshalb gehört zu einem E-Auto-Gutachten mehr als die Karosserie. Ich prüfe den Unterboden sowie die Gehäuse von Batterie und Hochvoltleitungen auf sichtbare Schäden und halte fest, ob eine Diagnose in einer Fachwerkstatt mit Hochvolt-Qualifikation nötig ist. Die Kosten dafür gehören in der Regel zum Unfallschaden.
Kratzer, Dellen oder Verformungen am Batteriegehäuse dokumentiere ich mit Fotos. Bei Verdacht auf einen inneren Schaden empfehle ich im Gutachten die Diagnose durch den Hersteller oder eine Fachwerkstatt.
Orange Leitungen, Steckverbindungen und die Ladebuchse prüfe ich bei Front- und Seitenschäden. Ein beschädigter Ladeanschluss kann das Laden unmöglich machen, auch wenn das Auto sonst fährt.
E-Autos haben meist viele Radar- und Kamerasensoren. Nach einem Anprall müssen sie kalibriert werden, die Kosten gehören in die Kalkulation.
Ein Unfall, bei dem das Hochvoltsystem betroffen sein könnte, kann den Wiederverkaufswert stärker drücken als ein reiner Blechschaden. Ich berechne die Wertminderung nachvollziehbar und begründe sie im Gutachten.
Nach schweren Unfällen stellen Abschleppdienste E-Autos teils auf gesonderten Flächen ab. Fallen dafür Kosten an, nehme ich sie mit auf.
Der Ablauf des Gutachtens ist derselbe. Unterschiede gibt es bei den Bauteilen, bei der Diagnose und bei der Reparatur.
| Merkmal | Verbrenner | E-Auto und Hybrid |
|---|---|---|
| Kritische Bauteile im Unterboden | Abgasanlage, Tank | Hochvoltbatterie, Hochvoltleitungen |
| Diagnose nach dem Unfall | Meist Sichtprüfung und Messung | Oft zusätzlich Hochvolt-Diagnose in der Fachwerkstatt |
| Reparatur | Qualifizierte Werkstatt | Werkstatt mit Hochvolt-Qualifikation |
| Restwert bei Totalschaden | Breiter Markt | Kleinerer Markt, der Zustand des Akkus entscheidet |
Ich begutachte Elektroautos und Hybride in Hagen, im Ennepe-Ruhr-Kreis und auf Anfrage in ganz Nordrhein-Westfalen. Soll das Fahrzeug nach dem Unfall nicht mehr bewegt werden, komme ich dorthin, wo es steht.
Ja, für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Vollhybride. Der Ablauf entspricht einem normalen Unfallgutachten. Zusätzlich halte ich fest, ob Hochvoltbatterie, Leitungen oder Ladeanschluss betroffen sein können und ob eine Diagnose in einer Fachwerkstatt nötig ist.
Bei einem unverschuldeten Unfall die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, wie bei jedem anderen Fahrzeug. Auch eine nötige Hochvolt-Diagnose gehört in der Regel zum Schaden. Bei einem selbst verschuldeten Unfall kommt es auf Ihre Kaskoversicherung an, die einem eigenen Gutachter meist vorher zustimmen muss.
Nur, wenn keine Warnmeldung im Display erscheint, der Unterboden unbeschädigt ist und das Fahrzeug verkehrssicher ist. Im Zweifel lassen Sie es stehen. Bei Rauch, Zischen oder auffälligem Geruch halten Sie Abstand und rufen die Feuerwehr.
Nein. Ob sich die Reparatur lohnt, hängt davon ab, ob einzelne Module getauscht werden können und was der Hersteller vorgibt. Ein Austausch der kompletten Batterie kann aber so teuer sein, dass die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen. Diese Rechnung steht im Gutachten.
Die Besichtigung findet oft am selben oder nächsten Tag statt. Das Gutachten erhalten Sie in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Ist eine Hochvolt-Diagnose nötig, kann das Ergebnis der Werkstatt den Abschluss verzögern.
Lassen Sie das Fahrzeug im Zweifel stehen und rufen Sie mich an. Wir klären am Telefon, wie es weitergeht.